Interview mit ProVeg Gründer Sebastian Joy

Interview mit ProVeg Gründer Sebastian Joy

ProVeg  der ehemalige Vegetarierbund setzt sich auf internationaler Ebene für einen vegetarisch-veganen Lebensstil ein.

Autarkia: Herr Joy, wir freuen uns sehr, dass ProVeg als Aussteller und mit einem Expertenvortrag auf der Green World Tour vertreten ist. Wir bedanken uns, dass Sie heute im Interview schon einige Fragen über ProVeg beantworten.

Was sind die Arbeitsfelder der Organisation ProVeg?

ProVeg Geschäftsführer Sebastian Joy. (Foto: Bjørn Fehl)

Sebastian Joy: ProVeg, ehemals VEBU, ist die erste international tätige Organisation, die sich für die pflanzliche Lebensweise einsetzt. Mit weltweiten Kampagnen sowie auf Veranstaltungen und Messen wie der Green World Tour informiert ProVeg Verbraucher über die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung und gibt praktische Tipps für den Umstieg. ProVeg engagiert sich aber auch auf politischer und wirtschaftlicher Ebene für die Interessen vegetarisch-vegan lebender Menschen. Durch die Vergabe des V-Labels an vegetarische und vegane Produkte beispielsweise.

Autarkia: Wie sahen die Entwicklungen der letzten Jahre aus? Was ist in Zukunft geplant?

Sebastian Joy: Die Zahl der vegetarisch und vegan lebenden Menschen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. 2014 lebten 900.000 Menschen in Deutschland rein pflanzlich, heute sind es bereits rund 1,3 Millionen. Ein ähnliches Wachstum beobachten wir auch bei unseren Mitgliederzahlen. Aktuell zählen wir 14.000 Mitglieder. Im Jahr 2008 waren es gerade mal 3.500. Diese Entwicklung ist vor allem deshalb so stark, weil die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung immer mehr in das öffentliche Bewusstsein rücken. Um eine gesunde pflanzliche Lebensweise noch mehr Menschen zugänglich zu machen, engagiert sich ProVeg weltweit für den Rückgang des Konsums tierischer Produkte.

Autarkia: Welche Aktionen und Angebote veranstaltet ProVeg in den Städten, in denen die Green World Tour Messe Station macht?

ProVeg auf dem veganen Sommerfest in Berlin. (Foto: Bjørn Fehl)

Sebastian Joy: In Berlin findet jährlich das größte Veggie-Event weltweit statt, das Vegane Sommerfest Berlin. Es wird von ProVeg (ehemals VEBU), dem Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan, der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und vielen Ehrenamtlichen organisiert. In diesem Jahr findet es vom 25. bis 27. August bereits zum zehnten Mal statt. Mit der Kampagne Aktion Pflanzen-Power ist ProVeg zudem in Schulen deutschlandweit unterwegs und informiert Schüler sowie Lehrer über eine gesunde pflanzliche Ernährung. Den Auftakt feierte die Kampagne im letzten Jahr an einer Schule in München. Außerdem ist ProVeg in ganz Deutschland mit etwa 140 Regionalgruppen vertreten, darunter auch in München, Berlin und Ludwigsburg bei Stuttgart. Die Regionalgruppen stehen allen offen und sind eine tolle Möglichkeit, um mit anderen Veggies in Kontakt zu kommen.

Autarkia: Welche positiven Effekte besitzt eine (vorwiegend) pflanzliche Ernährung?

Sebastian Joy: Viele der weltweit drängendsten Probleme lassen sich auf die Ernährung zurückführen. Eine pflanzliche Lebensweise vermindert Tierleid, trägt zum Umwelt- und Klimaschutz bei und leistet einen Beitrag zu einer gerechteren Lebensmittelverteilung. Wer sich vorwiegend pflanzlich ernährt, tut auch etwas für seine eigene Gesundheit, denn eine vegetarisch-vegane Ernährung verringert das Risiko für viele sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darüber hinaus schmeckt sie auch noch richtig lecker und bietet viel Raum zum Ausprobieren. Schauen Sie doch mal in unsere Online-Rezeptdatenbank! Dort finden Sie viele leckere Veggie-Gerichte, die zum Nachkochen anregen. Und in der Restaurantdatenbank finden Sie vegetarisch-vegane Restaurants und Cafés in ihrer Umgebung.

Autarkia: Was können Sie Menschen empfehlen, die sich für eine vegane Lebensweise interessieren, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen?

Eine pflanzliche Ernährung ist gut für die Umwelt und unterstützt die eigene Gesundheit. (Foto: Bjørn Fehl)

Sebastian Joy: Man muss nicht sofort komplett auf eine pflanzliche Ernährung umsteigen, sondern kann sich Schritt für Schritt herantasten. Das funktioniert am besten, wenn man einfach mal ein paar neue pflanzliche Gerichte ausprobiert. Sehr gut geht dies natürlich in Restaurants oder Cafés mit einem veganen Angebot. Aber auch das Kochen ohne tierische Zutaten ist einfacher als viele denken. Laden Sie ein paar Freunde ein und probieren Sie pflanzliche Rezepte aus. Inspirationen dazu gibt es mittlerweile in unzähligen Zeitschriften, Kochbüchern und Blogs. Eine weitere Möglichkeit ist, sich auf Messen wie der Green World Tour Anregungen zu holen und an einem der Essensstände leckere vegane Snacks zu genießen. Sie werden sehen, der Rest geht dann ganz von allein.

Herr Joy, besten Dank für das interessante Gespräch.

ProVeg ist auf der Green World Tour Messe mit einem Stand und zwei Expertenvorträgen über die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung vertreten. Messebesucher, die sich für nachhaltige Ernährung interessieren, erhalten hier praktische Tipps für die Umsetzung.

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