Sebastian Freidank, der Gründer von GUYA, gibt in diesem persönlichen Blogbeitrag einen spannenden Einblick über die Herausforderungen im biologischen und fairen Handel mit der Guayusa Pflanze aus dem Dschungel Ecuadors. Übrigens: Wie das energetisierende Produkte aus der koffeinreichen Guayusa Pflanze schmeckt und viele weitere, detaillierte Informationen aus erster Hand, gibt Sebastian Freidank auch bei der Messe in Berlin!

Mehr Informationen zum natürlichen Energiegetränk gibt’s auch im Video.

Als Gründer einer Firma, welche eine Regenwaldpflanze aus Ecuador in Deutschland verkauft, werde ich oft mit der Frage konfrontiert, wie nachhaltig der Anbau ist und ob die Bauern fair entlohnt werden. Oft werde ich auch mit dem Vorwurf belastet, dass durch mein Unternehmen noch mehr Ausbeutung stattfindet, noch mehr um die Welt geschifft wird und die Welt wieder ein weiteres Stück schneller zerstört wird.

Mit diesem Beitrag möchte ich ein Stück weit auf die Ideologie meiner Firma GUYA und auf eine Denkweise eingehen, die meiner Meinung nach mehr Berücksichtigung finden sollte. Bei den Konsumenten und den Produzenten.

Beginn der Problematik:

Die Problematik beginnt mit der Tatsache, dass wir Menschen ein System geschaffen haben, welches auf Besitzansprüchen beruht. Der größte Teil des Amazonas-Regenwald gehört offiziell niemanden bzw. ist Staatseigentum.

Die Länder/Staaten in Südamerika, die mit Regenwald gesegnet sind, sind leider, bzw. eigentlich muss man sagen „zum Glück von Geld verschont“ geblieben. Durch die Globalisierung stehen diese Länder jedoch ohne das hierzulande als „Reichtum“ bezeichnete Geld dar. Ihr unendlich erscheinender Schatz, den sie in Geld verwandeln können ist der Wald, die Tiere darin und das darunter liegende Öl.

Problematik der Abholzung:

2018 wurden weltweit 12 Millionen ha Urwald/Regenwald gerodet, was ca. der 1,5x Fläche von Österreich entspricht, davon befanden sich 3,6 Millionen ha in Südamerika, das entspricht ca. der Fläche von Belgien. Der Gesamte Amazonas-Regenwald hat eine Fläche von 5.500.000 km^2, das entspricht der 179x Fläche von Belgien. So gesehen brauchen wir also noch ca. 150-200 Jahre um den Amazonas-Regenwald abzuholzen, wenn es mit gleichbleibendem Tempo weiter geht.

Die Frage sollte aber nicht sein, wie viel Zeit wir noch haben, sondern wie wir dieses einzigartige Ökosystem schützen können in dem auf einem ha Land mehr Insektenarten leben als in ganz Nordamerika, in dem es Pflanzen gibt von denen wir noch nie etwas gehört haben geschweige denn ihre Funktion, Aufbau und Inhaltsstoffe kennen. Als Beispiel die Socratea-Bäume. Sie sind in der Lage Ihren Standort zu wechseln um mehr Licht und Nährstoffe zu erlangen. Sie laufen salopp gesprochen im Schneckentempo durch den Urwald.

Grund der Abholzung:

Der größte Teil des Waldes wird zur Gewinnung von Holz, Viehzucht, Landwirtschaft, Goldabbau und zur Gewinnung von Öl abgeholzt. Ich möchte besonders auf die Ölförderung eingehen, denn bereits für erste Probebohrungen oder Seismische Untersuchungen müssen große Flächen für Hubschrauber, Bohrtürme und Arbeiter gefällt werden.

Bei der großflächigen Förderung findet dann etwas statt, dass man „Abnahme des natürlichen Lagerstättendrucks“ nennt. Die unterirdischen Reservoirs werden leer gepumpt und die darüber liegenden Gesteinsschichten könnten mit der Zeit einbrechen. Damit dies nicht geschieht werden Wasser, Gas und Chemikalien hineingepumpt. Gas und Chemikalien werden genutzt um die Porosität der tieferen Gesteinsschichten zu erhöhen und die Förderung des Erdöls zu erleichtern.

Bei dieser Förderung entstehen Abfallprodukte die als Förderschlamm bekannt sind und in Auffangbecken gelagert werden. Ein Teil dieses Förderschlamms wird verbrannt, doch oft sind die Auffangbecken zu klein und aufgrund des täglichen Regens im Amazonas Gebiet laufen diese über und verseuchen den Böden mit toxischen Verbindungen aus Aluminium, Nickel, Zink, Benzol und vielen weiteren Stoffen.

Damit nicht genug, das Absurdeste ist, dass bei der Förderung von Erdöl auch Unmengen von Erdgas gefördert werden. pro 1m^3 Erdöl werden im Durchschnitt über 270 m^3 Erdgas gefördert. Dieses wird jedoch direkt verbrannt, da der Transport, oder die Weiterverarbeitung zu kostenintensiv sind. Enthält das Gas dann z.B. noch Schwefel, entsteht neben Ruß und Co2 auch SO2 . Bei Regenfällen bildet SO2 zusammen mit Wasser Schwefelsäure und damit Sauren Regen.

Schutz durch Landkauf

Um an Geld zu kommen und ihr Land aus den ärmlichen Verhältnissen zu befreien sehen die Staaten in Südamerika sich gezwungen alle Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Die Ölfirmen sind hier mit Abstand diejenigen, die für Land am meisten Geld zahlen. 1 ha Land kostet zwischen 400 € und 3.000 €. Für Einheimische sind das Unsummen. Durch den Kauf von Land und das zeitgleiche Schützen dieses Landes durch die Nutzung als Landwirtschaftliche Fläche kann dem Raubbau entgegen gewirkt werden. Doch haben wir dann nicht eine ähnliche Problematik durch die entstehenden Monokulturen? An dieser Stelle rückt eine seit Jahrtausenden genutzte Art der Landwirtschaft ins Licht. Die sogenannten Chakras.

Wie Funktioniert ein Chakra?

Chakras, oder auch Waldgärten genannt, sind ausgefeilte Permakulturen

Eine Permakultur ist ein von Menschenhand geschaffenes Ökosystem bei dem Nutzpflanzen so miteinander kombiniert werden, dass sich ohne das Abtragen von Früchten oder allgemein Pflanzenmaterial ein „sich komplett selbsterhaltenes Ökosystem“ entsteht. Es bedarf keiner Pflanzenschutzmittel und keiner Dünger.

Der Regenwald bietet die Möglichkeit ohne Gewächshäuser, ohne Monokulturen und ohne Chemikalien undenkbar große Mengen an Nahrung zur Verfügung zu stellen und das für Jahrtausende, da eine Permakultur auf die Fläche gesehen mindestens genauso viel Nahrungsmittel wie eine Monokultur abwirft. In einem Chakra-Waldgarten wachsen dutzende mitunter sogar hunderte verschiedene Pflanzen. Neben den bekannten Nutzpflanzen wie Bananen, Kakao, Yuka, Zuckerohr und Maracuya wachsen auch Nutzpflanzen die hierzulande weitestgehend unbekannt sind wie z.B. Taxo, Guanabana, Pitahaya, Ishpingo, Sacha Inchi und Guayusa.

 Wodurch kann der Landkauf finanzieren?

Ein großflächiger Landkauf kann ohne riesige Investition nicht auf einen Schlag geschehen.Durch nachhaltig wirtschaftende Unternehmen, die einen Teil Ihres Umsatzes direkt in den Kauf von Land investieren kann nach und nach jedoch Regenwald geschützt werden. Das Land kann offiziell als Landwirtschaftliche Fläche genutzt werden und in Kooperation mit Bauerngemeinschaften ökologisch und ökonomisch bewirtschaftet werden.

Bereits jetzt können viele Früchte und Kräuter aus den Waldgärten zum Verkauf im In- und Ausland genutzt werden. Eine der potentialreichsten Pflanzen ist z.B. die Guayusa Pflanze. Deren Blätter die koffeinreichsten der Welt sind und als Tee zubereitet werden. Die faszinierende Wirkung unterscheidet sich zu bekannten koffeinreichen Getränken. Der Körper hat Unmengen an Energie und ist dabei regelrecht entspannt. Der Verstand läuft zur selben Zeit auf Hochtouren und sorgt für einen angenehmen Fokus und starke Konzentrationsfähigkeit. Die Gedanken sind bei der Sache und man fühlt einen Zustand entspannter Wachsamkeit.

Fazit 

Das kontinuierliche Aufkaufen von Land und dessen Nutzung als Chakra-Waldgarten kann eine Möglichkeit sein, den Ölfirmen Einhalt zu bieten. Dieses Vorgehen setzt das Mitwirken von immer mehr Unternehmen voraus, die daran interessiert sind den Planeten und alle sich darauf befindenden Lebewesen zu erhalten.

Die Kooperation mit Bauerngemeinschaften, denen das Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt wird sorgt für eine anwachsende Produktion und zeitgleich ein anwachsendes Einkommen.

Chakra-Systeme sind kaum anfällig für großflächigen Befall an Parasiten, Schimmel und Pilzen. Sie bilden das ökologischste Landwirtschaftliche System und sollten als neuer Standard für ökologische Nahrungsmittel dienen.

Kostproben von GUYA und weitere Informationen aus erster Hand, gibt es am Stand auf der Green World Tour Messe in Berlin.