Warum Tierschutz nicht nachhaltig ist und es Tierrechte braucht – Interview mit Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED e.V.

Warum Tierschutz nicht nachhaltig ist und es Tierrechte braucht – Interview mit Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED e.V.

ANIMALS UNITED e.V. –  die bundesweite Tierrechtsorganisation kämpft gegen jegliche Ausbeutung von Tieren durch den Menschen.

Autarkia: Herr Gebhart, wir freuen uns sehr, dass ANIMALS UNITED als Aussteller und mit einem Expertenvortrag auf der Green World Tour vertreten ist, vegane Leckereien zum Probieren mitbringen wird und tierfreundliches Kinderschminken mit veganen und tierversuchsfreien Farben anbieten wird.
Wir bedanken uns, dass Sie heute im Interview schon einige Fragen über Ihren Verein beantworten.

Autarkia: Was sind die Schwerpunkte der Organisation ANIMALS UNITED?

Viktor Gebhart: Unsere Arbeit als gemeinnütziger und besonders förderungswürdig anerkannter Verein konzentriert sich v.a. auf das Tierleid im Lebensmittelsektor, der Bekleidungsindustrie, der Forschung, der Unterhaltungsbranche und im Bereich sogenannter „Haus-/Heimtiere“. Bei uns wird kein Unterschied zwischen „Haustieren“ und anderen Tieren gemacht und jedes Leben als wertvoll und schützenswert erachtet. Unser Verein hebt sich vor allem durch eine nachhaltige und ganzheitliche Perspektive ab, indem wir Tierrechte, Menschenrechte und Naturschutz als unabdingbar miteinander verwoben sehen und dies in unserem Verhalten und Auftreten authentisch zu verkörpern suchen.

Autarkia: Wie genau verfolgt der Verein seine Ziele?

Viktor Gebhart: Unser primärer Ansatz ist es, Leute da abzuholen, wo sie sind und ihnen Möglichkeiten und Optionen aufzuzeigen, wie sie jeden Tag meist mit einfachsten Mitteln Tiere vor Leid und Tod bewahren können. Hierzu vereinen wir wissenschaftliche Erkenntnisse, rechtliche Aspekte, Medienarbeit, ausgefeilte Aktionsformen und konkrete Hilfseinsätze vor Ort, um den größtmöglichen Wirkkreis zu haben, die Bevölkerung zu informieren, zum Handeln zu bewegen und den Druck auf Politik und Wirtschaft zu erhöhen, endlich auf Tierausbeutung zu verzichten. Denn möglich wäre dies schon lange. Wir versuchen durch Professionalität und Stil die größtmögliche Reichweite für unsere Kampagnen und Aktionen zu erzielen und arbeiten daher auch eng mit den Medien und Personen der Öffentlichkeit zusammen.

Autarkia: ANIMALS UNITED befasst sich mit Tierrechten. Worin liegt der Unterschied zum Tierschutz und warum befinden Sie diesen für nicht nachhaltig?

Viktor Gebhart: Tierschutz strebt danach, die Bedingungen, unter denen Tiere für den menschlichen Nutzen gehalten werden, zu verbessern. Er hinterfragt dabei aber nicht das System und die Haltung grundsätzlich, sondern versucht lediglich mit Reformen tierfreundlichere Optimierungen zu erwirken, die leider oft eine Farce sind. Tierrechte gehen weit darüber hinaus und erkennen, dass Tiere Lebewesen sind und keine Objekte, derer sich der Mensch für seinen Nutzen bedienen kann. Hier wird nicht kosmetisch verbessert, sondern daran gearbeitet, die gnadenlose Ausbeutung der anderen Tiere durch das Tier Mensch zu beenden. Als Tierrechtsorganisation sind wir also der Meinung, dass Tiere um ihrer selbst willen existieren und nicht dem Menschen in irgendeiner Form dienen sollten. Jedes Tier ist für uns ein eigenständiges Individuum und nicht nur eines von zig Konsumgütern, die wir nach unserem Willen verwenden und verbrauchen dürfen. Völlig gleich, ob es einen Nutzen für den Menschen hat, für den Menschen nicht wichtig erscheint, als süß und kuschelig oder als gefährdete Spezies angesehen wird. Ferner adressieren Tierrechte den Zusammenhang zu Menschenrechten und Naturschutz, was der klassische Tierschutz nicht tut. Dieser konzentriert sich meist isoliert auf Haustiere oder Wildtiere. V.a. die sogenannte „Nutztierhaltung“ und ihre massiven negativen Folgen für Mensch, Tier und Natur werden hier gerne ausgeklammert. Nachhaltig sieht anders aus.

Autarkia: Was wird ANIMALS UNITED auf der Green World Tour Messe anbieten?

Viktor Gebhart:

Wir wollen Rede und Antwort zu Tierrechten und unserer Arbeit stehen und werden allerlei Infomaterial, Merchandise und vegane Leckereien zum Probieren zu bieten haben. Ferner warten wir mit tierfreundlichem Kinderschminken mit veganen und tierversuchsfreien Farben auf, weil wir auch dem jüngeren Publikum auf der Messe etwas bieten wollen. Am Samstag, den 14.10., werde ich um 13 Uhr in Saal 3 einen Vortrag mit dem Titel „Mitleid ist zu wenig: Warum Tierschutz nicht nachhaltig ist, es Tierrechte braucht und was jede*r tun kann” halten (ca. 25 Min.). Wir freuen uns auf alle, die bei unserem Angebot vorbeischauen!

Autarkia: Was erwartet die Messebesucher bei Ihrem Vortrag?

Viktor Gebhart: Die meisten Menschen stufen sich als tierlieb ein. Doch nur den wenigsten ist bewusst, dass ihre täglichen Entscheidungen oft alles andere als tierfreundlich sind. Gerade das eigene Konsumverhalten steht der Tierliebe nicht selten diametral entgegen und verursacht Leid und Schaden. Für Mensch, Tier und Natur. Der klassische Tierschutz greift nicht umfassend und nachhaltig genug, um dies zu verhindern. Tierrechte haben daher längst den öffentlichen Diskurs erobert. Bei ihnen geht es an den Kern, hier wird an der Ursache gearbeitet und nicht lediglich mit Reformen gegen Symptome angegangen. Das Konzept ist nachhaltiger und ganzheitlicher, schließt es doch authentisch die Lücke zu Menschenrechten und Naturschutz. Mein Vortrag will die Messebesucher über Tierrechte und die Arbeit unserer aufstrebenden Organisation informieren und ihnen aufzeigen, wie sie selbst etwas für Tiere und ihre Rechte tun können. Denn Mitleid ist zu wenig!

Herr Gebhart, besten Dank für das interessante Gespräch.

ANIMALS UNITED e.V. ist auf der Green World Tour Messe Hamburg und Münster mit einem Stand, Kinderschminken mit veganen und tierversuchsfreien Farben sowie einem Expertenvortrag über die Dringlichkeit von Tierrechten und ihrem Bezug zur Nachhaltigkeit vertreten. Messebesucher, die sich für einen nachhaltigen und tierfreundlichen Lebensstil interessieren, erhalten hier alle relevanten Informationen.

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